Andenken an ein verstorbenes Haustier: neun Wege, einer davon bewegt sich
Wenn ein Tier stirbt, bleibt die Frage, was man behält. Diese Seite zählt auf, was es gibt — mit dem, was jede Form leistet, und mit dem, was gegen sie spricht. Für Hunde, für Katzen, für Pferde und für alles andere, was bei Dir gelebt hat.
Eine dieser neun Formen mache ich selbst. Das steht hier gleich am Anfang, damit Du den Rest richtig einordnen kannst: Felljahre schneidet Erinnerungsfilme. Die anderen acht bekommst Du woanders, und für viele Menschen sind sie die richtigen. Ich verlinke sie nicht und verdiene an ihnen nichts.
Wie so ein Film aussieht, kannst Du hier ansehen — ganz, ohne Anmeldung.
Neun Formen
1. Das Foto im Rahmen
Der nächstliegende Weg, und für viele der einzige, den sie brauchen. Ein Bild, das man sieht, ohne es zu suchen.
Was dagegen spricht: Ein Foto zeigt eine Sekunde. Was den meisten fehlt, ist nicht das Gesicht, sondern die Bewegung — wie es die Treppe hochkam, wie es den Kopf hob, wenn sein Name fiel.
2. Der Pfotenabdruck
In Ton, Gips oder als Tuschedruck. Viele Tierärzte und Krematorien bieten ihn an; man kann ihn auch selbst machen, solange das Tier noch da ist.
Was dagegen spricht: Er muss im richtigen Moment gemacht werden. Wer ihn nicht hat, kann ihn nicht nachholen. Bei Katzen kommt dazu, dass sie ihre Pfote nicht hinhalten — hier gelingt er meist nur im Schlaf oder gar nicht.
3. Eine Locke Fell
Kostet nichts, dauert eine Minute, und ist das Einzige auf dieser Liste, das man anfassen kann und das wirklich vom Tier stammt.
Was dagegen spricht: Nichts. Wenn Dein Tier noch lebt und alt ist, ist das der Rat, den ich am häufigsten gebe. Auch dann, wenn Du sonst nichts machst.
4. Schmuck aus Fell oder Asche
Anhänger, Ringe, Glasperlen mit eingeschlossenem Fell. Es gibt Werkstätten, die das seit Jahren machen, in sehr unterschiedlicher Qualität.
Was dagegen spricht: Man trägt es oder man trägt es nicht. Wer Schmuck ohnehin nicht trägt, legt es nach zwei Wochen ab.
5. Das Tattoo
Die dauerhafteste Form, und die einzige, die man nicht verlieren kann.
Was dagegen spricht: Sie ist endgültig, und die ersten Wochen nach einem Verlust sind nicht der beste Zeitpunkt für endgültige Entscheidungen. Wer es will, will es in einem Jahr immer noch.
6. Die Urne oder ein Platz im Garten
Ein Ort, an den man gehen kann. Für manche ist genau das der Kern der Trauer — dass es eine Stelle gibt.
Was dagegen spricht: Ein Garten ist nicht immer der eigene, und ein Umzug macht aus einem Ort eine Erinnerung an einen Ort.
7. Der Gedenkstein
Mit Namen, mit Jahren, manchmal mit Pfotenabdruck. Kleiner und leiser als ein Grab, und man kann ihn mitnehmen.
Was dagegen spricht: Er sagt, dass es vorbei ist. Manche wollen das, manche noch nicht.
8. Das Fotobuch
Die Form, die am meisten Arbeit macht und deshalb am meisten hilft. Wer hundert Bilder sortiert, geht das Leben seines Tieres noch einmal durch — und genau das ist der eigentliche Nutzen, nicht das fertige Buch.
Was dagegen spricht: Die Arbeit. Sehr viele fangen an und hören nach dreißig Bildern auf.
9. Der Film
Aus den Fotos und den kurzen Handyvideos, die ohnehin da sind, wird ein Film über das Leben des Tieres. Mit Ton, mit Musik, in der Reihenfolge, in der es passiert ist — vom ersten Tag bis zum letzten.
Was dagegen spricht: Er braucht Material. Wer nur zehn Fotos hat, bekommt keinen Film. Bei Katzen ist das häufiger ein Problem als bei Hunden — von einem Hund gibt es Videos vom Spaziergang, von einer Katze meist nur Fotos vom Sofa. Und er ist die einzige Form auf dieser Liste, die man nicht in die Hand nehmen kann.
Welche Form passt wann
Wenn Dein Tier noch lebt: Fell abschneiden. Heute. Und dann drei kurze Videos aufnehmen — wie es trinkt, wie es die Treppe hochkommt, wie es den Kopf hebt, wenn Du seinen Namen sagst. Das sind später die Stellen, an denen alle weinen, nicht das schöne Porträtfoto.
Wenn es gerade passiert ist: Nichts Endgültiges. Kein Tattoo, keine große Entscheidung. Fell und Pfotenabdruck, falls noch möglich, alles andere hat Zeit.
Wenn es länger her ist: Dann ist die Frage nicht mehr, was Du behältst, sondern was Du ansiehst. Ein Foto siehst Du täglich und irgendwann nicht mehr. Ein Buch oder ein Film ist etwas, das man sich bewusst vornimmt — und das funktioniert auch nach Jahren noch.
Katze, Pferd, Kleintier
Das meiste oben gilt für jedes Tier. Drei Unterschiede sind es wert, genannt zu werden.
Bei Katzen ist fast immer weniger Bewegtbild da. Hunde werden beim Spaziergang gefilmt, Katzen fotografiert, wenn sie schlafen. Wenn Deine Katze noch lebt: Nimm sie auf, wie sie durch die Wohnung geht, wie sie sich am Türrahmen streckt, wie sie auf ihren Namen reagiert oder eben demonstrativ nicht. Fünfzehn Sekunden reichen, und sie sind später mehr wert als hundert Schlafbilder.
Bei Pferden ist es umgekehrt: Material gibt es reichlich, aber fast nur vom Reiten. Was später fehlt, sind die ruhigen Aufnahmen — auf der Koppel, beim Putzen, das Gesicht über der Boxentür.
Bei Kaninchen, Meerschweinchen und anderen kleinen Tieren ist die gemeinsame Zeit von vornherein kurz. Hier gilt der Rat von oben doppelt: heute aufnehmen, nicht dann, wenn es soweit ist.
Und wenn mehrere Tiere zusammen gelebt haben, gehören sie auch in einen Film. Über die Länge wird entschieden, nicht über die Anzahl der Tiere.
Warum ich den Film mache
Ich habe angefangen, weil ich für meinen eigenen Hund einen machen wollte und feststellte, dass 26.467 Handyfotos im Archiv genau so nutzlos sind wie keins. Sortieren, auswählen, in eine Reihenfolge bringen, vertonen — das ist die Arbeit, für die im Alltag niemand Zeit hat.
Alle Beispiele auf dieser Website zeigen meinen eigenen Hund Bruno. Felljahre ist neu — Kundenfilme zeige ich erst, wenn es welche gibt und die Familien ausdrücklich zustimmen.
Wenn Du eine Katze hattest, siehst Du in den Beispielen also einen Hund. Das ist unbefriedigend, und ich sage es lieber, als es zu kaschieren. Am Film selbst ändert die Tierart nichts: Er entsteht aus Deinem Material, nicht aus meinem.
Ob ein Film das Richtige für Dich ist, entscheidest Du am besten, indem Du einen ansiehst. Die Beispiele laufen ganz, ohne Anmeldung und ohne E-Mail-Adresse.
Und wenn Du am Ende bei Fell und Pfotenabdruck bleibst: Das ist eine gute Entscheidung, und sie kostet Dich nichts.